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Spulwürmer beim Hund – Was du wissen solltest

  • 20. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. März

Spulwürmer gehören zu den häufigsten Parasiten beim Hund und werden dennoch oft unterschätzt. Besonders Welpen sind anfällig für einen Befall, aber auch ausgewachsene Hunde können betroffen sein. Häufig verläuft eine Infektion zunächst unbemerkt, sodass viele Hunde Spulwürmer in sich tragen, ohne dass es sofort auffällt. Umso wichtiger ist es, gut informiert zu sein: In diesem Beitrag erfährst du, was Spulwürmer sind, wie sie übertragen werden, welche Symptome auftreten und wie du deinen Hund wirksam schützen kannst.


Toxocara canis

Spulwürmer sind parasitäre Fadenwürmer, die hauptsächlich im Dünndarm des Hundes leben. Dort bewegen sie sich frei im Darminhalt und ernähren sich von den Nährstoffen aus der aufgenommenen Nahrung. Besonders häufig befinden sie sich im vorderen Abschnitt des Dünndarms, also in der Nähe des Magens. Die weißlichen Würmer werden etwa 10–12 cm lang (männlich) bzw. 12–18 cm (weiblich) und erinnern optisch an Spaghetti. Ihre Eier sind äußerst widerstandsfähig und können über lange Zeit in der Umwelt überleben.



Infektionswege beim Hund

Hunde können sich auf unterschiedliche Weise mit Würmern anstecken:

  • Über die Muttermilch: Welpen können bereits während des Saugens infiziert werden.

  • Im Mutterleib: Die Übertragung kann schon vor der Geburt über die Plazenta erfolgen.

  • Durch Wurmeier aus der Umwelt: Beim Schnüffeln, Lecken oder Fressen von verunreinigtem Boden nehmen Hunde infektiöse Eier auf.

  • Über Beutetiere: Auch kleine Tiere wie Mäuse können die Larven in sich tragen und so als Zwischenwirte dienen. Wenn Hunde diese fressen, können sie sich ebenfalls infizieren.


Entwicklungszyklus

Die Wurmeier werden mit dem Kot ausgeschieden. Darin entwickeln sich Larven, die von Hunden beim Fressen oder Schnüffeln aufgenommen werden können. Im Darm schlüpfen die Larven aus den Eiern und wandern dann durch den Körper. Zuerst durch die Darmwand, weiter über die Leber zur Lunge wo Sie dort sich weiterentwickeln, hochgehustet und wieder geschluckt werden. Anschließend gelangen sie zurück in den Darm, wo sie zu erwachsenen Würmern heranwachsen. Bei jungen Hunden passiert dieser Weg besonders häufig.

Bei älteren Hunden wandern die Larven oft nicht mehr vollständig zurück in den Darm. Stattdessen bleiben sie im Körper und lagern sich in Geweben wie Muskeln oder Organen ein. Dort befinden sie sich in einer Art Ruhestadium. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie verschwunden sind. Sie sind weiterhin im Körper vorhanden und können vom Immunsystem nur kontrolliert, aber meist nicht vollständig beseitigt werden.

Diese „schlafenden“ Larven können unter bestimmten Bedingungen wieder aktiv werden, zum Beispiel bei Stress, Krankheit oder hormonellen Veränderungen.

Besonders wichtig ist das bei trächtigen Hündinnen: In dieser Zeit können die Larven reaktiviert werden und in die Gebärmutter wandern. Dadurch infizieren sich die Welpen bereits vor der Geburt. Auch nach der Geburt kann eine Ansteckung über die Muttermilch erfolgen.

Zusätzlich kann es dadurch zu einer dauerhaften, versteckten Infektion kommen. Der Hund wirkt äußerlich gesund, trägt aber weiterhin Larven in sich. Diese können später wieder aktiv werden und dazu führen, dass sich erneut erwachsene Würmer im Darm entwickeln. Dadurch werden wieder Wurmeier ausgeschieden und andere Tiere können angesteckt werden.

Im Körper werden die Larven oft vom Gewebe umschlossen und „eingekapselt“. Diese Reaktion ist ein Schutzmechanismus des Körpers. Die Larven können in diesem Zustand viele Monate oder sogar lebenslang im Körper überdauern. Man kann sie sich deshalb wie ruhende Parasiten vorstellen, die jederzeit wieder aktiv werden können.


Symptome eines Spulwurmbefalls

Nicht jeder Hund zeigt sofort klare Anzeichen. Dennoch gibt es typische Symptome, auf die du achten solltest:

  • Aufgeblähter Bauch (besonders bei Welpen)

  • Durchfall oder Erbrechen

  • Gewichtsverlust trotz gutem Appetit

  • Stumpfes Fell

  • Sichtbare Würmer im Kot oder Erbrochenen

In schweren Fällen kann es sogar zu Darmverschluss oder Entwicklungsstörungen kommen.


Spulwürmer und Menschen

Neben der Belastung für den Hund stellen Spulwürmer auch ein gesundheitliches Risiko für den Menschen dar. Besonders Kinder können sich durch Kontakt mit kontaminierter Erde infizieren. Die Larven können im menschlichen Körper wandern und Schäden an Organen verursachen.


Diagnose

Ein Wurmbefall beim Hund wird in der Regel durch eine Untersuchung des Kots nachgewiesen. Dafür muss eine Sammelprobe über einen Zeitraum von drei Tagen abgegeben werden. Die Organisation dieser Untersuchung kann über mich und über das Labor VetScreen erfolgen.


Wurmkuren

Eine Entwurmung sollte gezielt und erst nach einem bestätigten Parasitenbefall erfolgen, anstatt routinemäßig in festen Abständen, wie es vielerorts noch üblich ist.

Konventionelle Antiparasitika basieren häufig auf sogenannten Neurotoxinen, also Wirkstoffen, die in das Nervensystem der Parasiten eingreifen. Sie führen dazu, dass die Würmer im Darm gelähmt oder abgetötet werden und anschließend über den Kot ausgeschieden werden.

Allerdings wirken diese insektiziden Substanzen nicht ausschließlich auf die Parasiten. Sie gelangen auch in den Blutkreislauf des Hundes, können sich im Fettgewebe anreichern und stellen eine zusätzliche Belastung für Leber und Nieren dar. Einige dieser Nervengifte sind zudem in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Diese schützt normalerweise das zentrale Nervensystem vor schädlichen Stoffen. Wird diese Barriere durchlässig, können neurologische Probleme entstehen. Besonders gefährdet sind bestimmte Hunderassen wie Hütehunde und deren Nachkommen, insbesondere wenn ein sogenannter MDR1-Defekt vorliegt.

Doch nicht nur das Nervensystem kann betroffen sein. Chemische Wurmkuren können auch die Schleimhäute des Magen-Darm-Trakts reizen und im schlimmsten Fall Organe wie die Leber oder die Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen. Vor allem bei intensiven Behandlungen, etwa im Rahmen einer Giardien-Therapie, besteht das Risiko für langfristige gesundheitliche Folgen.


Natürliche Alternativen zur Wurmkur

Insbesondere die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) bietet Hundebesitzern vielfältige Möglichkeiten, die Darmgesundheit auf sanfte Weise zu unterstützen. Ziel ist es, das Darmmilieu so zu stärken, dass es für Parasiten ungünstig wird und bei Bedarf eine gezielte Entwurmung erfolgen kann. So enthalten Kürbiskerne beispielsweise den Bitterstoff Cucurbitin, der traditionell zur Unterstützung gegen Bandwürmer eingesetzt wird. Auch Kokosflocken können durch ihre Laurinsäure eine wurmwidrige Umgebung im Darm fördern. Bei gesunden Hunden kommen zudem Kräuter mit ätherischen Ölen wie Oregano, Thymian, Rosmarin oder Salbei zum Einsatz.


Du brauchst Unterstützung?

Dann melde dich gerne bei mir. Ich freue mich, dich und deinen Hund begleiten zu dürfen!






 
 
 

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